mut-taschenEin besonderes Glück ist es, wenn man die eigenen Ressourcen und Leidenschaften immer wieder neu verbinden kann und so ganz Neues entsteht. Das Leben bietet eben unendliche Möglichkeiten.

So freu ich mich sehr über den Workshop, den ich im Jänner in der Kontaktstelle für Alleinerziehende geben werde:“Pack deinen Mut in eine Tasche“ ist ein Nähworkshop für mutsuchende Alleinerziehende.
Dabei erzählen wir uns von mutigen Dingen, die wir in unserem Leben schon gemacht haben oder noch machen möchten, stärken unsere Mut-Ressourcen und nähen ein Mut-Täschchen, das wir mit mutmachenden Dingen füllen können. Wir nähen mit der Hand und zelebrieren dabei Mut zur Langsamkeit :-).
Und ich darf bei der Gelegenheit meine Leidenschaft für die textile Umsetzung von Schrift (meine Autorinnenseele, meine Kreativwerkende-Seele), fürs Recyclen, fürs Mutmachen und für ein stärkendes Miteinander (meine Coaching-Seele) leben. Juhu!

Alle Infos und Anmeldung in der Kontaktstelle für Alleinerziehende.

unbedruckte kartenDa viele KäuferInnen meiner Mutkarten aus dem pädagogischen, sozialen und beratenden Bereich kommen und angeregt von meinen Mutkarten mit Gruppen bzw. KlientInnen damit arbeiten, habe ich mich entschlossen, DIY-(do-it-yourself) Mutkarten produzieren zu lassen: auf der Rückseite die Nur Mut!-Grafik wie beim fertigen Kartenset. Nur die Vorderseite ist leer und kann individuell selbst gestaltet werden. Für alle, die eigene Mut-Sprüche, Mut-Vorbilder etc. festhalten wollen. Auch gut geeignet als Grußkarte, wenn Mutkarten oder Mut-Tagebuch verschenkt werden.

Preis für leere Mut-Karten: € 0,50 pro Stück beim Kauf von 1 bis 10 Stück, € 0,25 pro Stück beim Kauf ab 11  Stück. Zuzüglich tatsächlich anfallende Versandkosten.

„Voll!“

copyright: Dorothea Jacob  / pixelio.de

copyright: Dorothea Jacob / pixelio.de

„Voll!“, antwortet das junge Paar, das barfuß im Wienerwald spaziert und dem ich kundtue, das ich mir das toll vorstelle. Sie sagen nicht einfach „ja“, sondern „voll“.

Dieses neue Modewort von jungen Leuten kitzelt meine Seele und ich giggle innerlich erfreut zurück.

Denn für mich steckt hinter diesem schlichten Wort die Fülle drinnen, nach der wir uns alle so sehnen.

Danke, ihr lieben jungen Leute, dass ihr aus dem Vollen schöpft und den Mut habt, entgegen Konventionen dem zu folgen, was euch gut tut und ihr für richtig haltet. Und ich werde ganz bestimmt auch demnächst die genähten Lederlappen zu Hause lassen.
Dass manche von euch auch das Wort „Oida“ (Wienerisch für „Alter“) häufig im Sprachrepertoire haben, werde ich künftig so interpretieren, dass ihr Sehnsucht nach den Qualitäten der Elders habt :-).

Für manche mag eine Reise nach Schwarzafrika selbstverständlich sein, für mich absolut nicht. In den letzten Jahrzehnten bin ich hauptsächlich in Europa unterwegs gewesen, der Herausforderungsfaktor war dabei überschaubar. Sehr viele Fragen haben mich daher im Vorfeld bei dieser doch ganz anderen Reise beschäftigt: von Impfen über Hygiene, Gewalt, Hitze.

Bei all den Überlegungen habe ich festgestellt, dass ich tatsächlich auf diesem Gebiet ein Hahnenfuß bin, und ich habe eine Portion Mut gebraucht, um als Journalistin die Einladung eines EU-Projekts zur Förderung von Fairtrade anzunehmen. Letztlich bin ich sehr froh, dass ich mir selbst ausreichend Mut machen konnte und mich in dieses Abenteuer gestürzt hab. Die Reise hat mich mit sehr vielen zum Großteil wunderbaren Eindrücken zurückgelassen, darüber habe ich auch einen Blog für das Magazin Welt der Frau geschrieben.

Mit meinen Mutschwestern Ira Mollay, Julia Fabich und Irmgard Kravogel habe ich 20 Seiten zum Thema Mut im Magazin SOL (Menschen für Solidarität, Ökologie und Lebensstil) gestaltet.

Ich freue mich sehr, dass die Ausgabe nun am 1. September 2013 erscheint. Es war viel Freude, aber auch viel Arbeit, das Thema so umfassend zu beleuchten: von der Betrachtung verschiedener Mutarten bis zu Geschichten mutiger Personen, von historischen Abrissen bis Mut bei Frauen oder Mut  in Beziehungen und noch vieles mehr. Hier schon mal die Online-Version: SusA63

Birgit Sonnenschein – was für ein wunderbarer Name! – hat eine nicht weniger wunderbare Website, auf der sie Geschichten von Menschen veröffentlicht, die Wege auch jenseits der Schulmedizin gefunden haben, um sich selbst zu heilen. Sehr, sehr ermutigend.

„Mama Mutig“ gründet das erste Frauendorf Kenias

„Eine Frau ist wie ein Stock. Wenn er zerbricht, holst du dir einen neuen“, zitiert die Kenianerin Rebecca Lolosoli in ihrer Biografie „Mama Mutig“ ein Sprichwort ihres Stammes, der Sumburu, das mit selbstverständlicher Grausamkeit gelebt wird. Es ist Alltag, dass die Frauen von ihren Ehemännern verprügelt, nach Vergewaltigungen durch britische Soldaten aus dem Haus geworfen werden, und ihnen jeder Besitz verweigert wird. Als Rebecca Lolosoli mit neun Jahren miterlebt, wie eine befreundete Frau von ihrem Mann ohne Folgen für ihn zu Tode geprügelt wird, schwört sie sich, als Erwachsene gegen diese alltäglichen Unmenschlichkeiten vorzugehen. Und dieses Versprechen löst sie ein.

Nach ihrer Zwangsheirat macht sie einen Laden auf, der bald zur Anlaufstelle für Frauen wird. Dort taucht bei den Frauen des Dorfes das erste Mal der Gedanke auf, dass sie die Gewalt der Männer nicht widerspruchslos erdulden müssen. Bald nimmt sich Rebecca, die Tochter des ehemaligen Dorfchefs, kein Blatt mehr vor dem Mund und tritt als Sprecherin der Frauen auf. Das erste Wunder geschieht, als sie Anfang der 90er Jahre am Unabhängigkeitstag eine Rede halten darf. Spätestens da wird sie nur noch „Mama Mutig“ genannt.

Als der Druck auf sie und die Frauen wächst und sie zunehmend zur Zielscheibe der Wut der Männer werden, bis sie selbst mit den Worten „Du bist nur eine Frau!“ fast zu Tode geprügelt wird, ist die Idee, als Frauen in einem Dorf zusammenzuleben, geboren. Gemeinsam schaffen sie es, das erste Frauendorf Kenias zu bauen, eine Schule zu gründen und später sogar das Land rechtmäßig zu besitzen. Und Rebecca wird die erste Sumburu-Frau, die offiziell von ihrem gewalttätigen Mann geschieden wird, und die erste Frau, die sich zur Wahl in den Samburu-Rat stellt. 2010 wird sie in den USA mit dem Vital Voices Fern Holland Award ausgezeichnet. Den Preis hat Hillary Clinton für Frauen, die die Welt verändern, ins Leben gerufen.

Ein ermutigendes Buch, das einem auch erleichtert zurücklässt. Denn die geballte Gewalt im ersten Teil des Buches ist selbst beim Lesen nicht ganz leicht zu verdauen. Bei jedem Schritt, der in Richtung selbstbestimmtes Leben führt, möchte man umso mehr mitjubeln.

Paul Guest stürzte mit 12 Jahren kopfüber mit dem Fahrrad in die Querschnittlähmung. Mutlos hängt er an Schläuchen, in der Reha, im Rollstuhl. Das Blatt beginnt sich in Richtung Mut zu wenden, als er plötzlich und unerwartet seine Berufung entdeckt, die er eindrucksvoll in seiner Biografie „Noch eine Theorie über das Glück“ beschreibt: „Ich tippte mit dem Mundstück, was ich hörte, so gut ich es hinbekam, und als ich damit fertig war, war ein Teil meines Gehirns entflammt oder voller Licht. So beschrieb ich mir die Empfindung, als ich wie elektrisiert dasaß. Es stand außer Zweifel, dass ich auf etwas gestoßen war, das mein Innerstes betraf – wer ich war und wer ich werden könnte, und rings um mich knisterte die Zukunft wie ein Gewitter.“ 

Ab diesem Moment, als ihm sein erstes Gedicht im wahrsten Sinne des Wortes einschoss, zieht in das Leben in eine eindeutige Richtung: Er will Dichter werden und er tut alles dafür.

Eine auch sprachlich äußerst empfehlenswerte mutmachende Biografie:

Weitere mutmachende Biografien werden folgen. Ich lese seit vielen Jahren fast ausschließlich Biografien, da ich es faszinierend finde zu sehen, welche Vielfalt an Ressourcen uns Menschen zur Verfügung steht. Manchmal scheinen die Ressourcen einem selber ja abhanden zu kommen. Eine Biografie zu lesen, kann die Erinnerung zurückholen.

Zum Lesen bitte auf die Karte klicken

Ich liebe Geschichten. Insbesondere Geschichten von Menschen. Seit Jahren lese ich eine Biografie nach der anderen. Ich finde, man kann sehr viel lernen für das eigene Leben, wenn man liest, wie andere Hürden überwunden haben, welche Ressourcen sie wie entwickelt haben, um voranzukommen. Deshalb habe ich bei den Mut-Karten auch eine eigene Kategorie „Vorbilder“ geschaffen.

Und diese Geschichte von J.K. Rowling liebe ich besonders. Sie ist eine spezielle Mutmacherin, finde ich.

Bitte zum Lesen auf die Karte klicken

Ich habe lange nachgedacht über die Konzeption meiner Mutkarten. Einerseits wollte ich etwas anbieten, womit jeder selbst an sich und seinem Anliegen arbeiten kann, selbst etwas tun kann, um den Mut im eigenen Leben zu vergrößern.

Andererseits wollte ich nicht noch mehr Stress durch dauerndes Tunmüssen schaffen. Stress haben wir alle ohnehin schon genug. Also habe ich mich für eine Mischung aus Aktivsein und Entspannung entschieden.

So ist bei den Übungen naturgemäß etwas zu tun, wenn man möchte, bei den Zitaten aber kann man sich einfach zurücklehnen, Fotos und den Spruch genießen und wirken lassen.

Die Fotos, die wir für die Kategorie „Zitate“ verwendet haben, sind übrigens alle von mir. Das freut mich insofern, da ich mich sehr lange mit Fotografie beschäftigt habe und lange sehr leidenschaftlich fotografiert habe. So kommt alles irgendwann einmal zum Einsatz, was man liebt. Manchmal dauert es eben, bis sich Wege auftun.