Archive for the ‘Rezensionen’ Category

Ich bin ein Biografien-Junkie. Ich liebe es, in fremden Leben nach Herausforderungen und Ressourcen zu stöbern. Hat jemand eine spannende Erfahrung gemacht und ein Buch darüber geschrieben, landet es mit Garantie irgendwann auf meinem Nachtkästchen.
Zuletzt fasziniert hat mich Miek Pots 12-jährige Erfahrung in einem Schweigekloster „In der Stille hörst du dich selbst“. Man könnte es auch „Mut zur Stille“ betiteln.

Die Niederländerin wuchs im Wohlstand auf und führte ein stürmisches Studentinnenleben, bis sie sich entschloss, zum Lernen in ein Kloster zu gehen. Sie schreibt: „Die straffe Tagesordnung sorgte für Ruhe und gab mir überraschenderweise innerlich viel Raum. Blitzartig wurde mir klar, dass es nicht gleichbedeutend mit Freiheit ist, nur zu tun, wozu man Lust hat.“ Der Aufenthalt sollte eine einschneidende Erfahrung für sie werden, die sie nach dem Studium nicht mehr missen wollte. Nach 12 Jahren im Schweigekloster allerdings spürte sie, dass sie ihre Erfahrungen in einem weltlichen Leben integrieren möchte. Heute bietet sie Kontemplations-Workshops und Retreats an. www.miekpot.com
Das Buch ist eine sehr heiße Empfehlung für alle, die die Stille in sich suchen und gleichzeitig eine spannende Geschichte lesen wollen.

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Ich freue mich über Tamis Rezension meiner Mutkarten. Und ganz besonders darüber, dass sie die Karte „Mut zum Mitgefühl“ zu ihrer Liebelingskarte erklärt hat.

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Es gibt Bücher, die muss man wie ein kostbares Zuckerl lutschen: behutsam ein Wort nach dem anderen auf der Zunge zergehen lassen, den Geschmack auskosten, so lange es geht und der Versuchung widerstehen, schnell zum nächsten Satz weiter zu hüpfen. Der Blick rollt sich schon um den ersten Buchstaben, saugt schon die erste Silbe ein. Nein, halt, langsam. Gaaaanz langsam. Jedes Wort in „In den Wäldern Sibiriens. Tagebuch aus der Einsamkeit“ von Sylvain Tesson verdient diese ehrfurchtsvolle Herangehensweise. „Draußen toben Wind und Kälte so sehr, dass die Blockhütte auseinanderzufallen droht, wenn ich sie nicht mit Liebe fülle.“ Noch ein Stück, bitte. bitte. „Ich, der ich jeder Sekunde an die Kehle sprang, um ihr den letzten Tropfen Saft abzupressen, lerne die Kontemplation.“ Die poetische Beschreibung einer 6-monatigen Auszeit am Baikalsee, das nächste Dorf 120 km entfernt, ist ideal für graue Wintertage, man kuschelt sich in die Worte und erliest sich eine Auszeit, ohne verreisen oder mit der Chefin verhandeln zu müssen.
Einfache Handlungen statt dem Trubel von Paris bestimmen das Leben des Autors nun. Man kann förmlich hören, wie sein aufgedrehter Motor mit jedem Tag Holzhacken, Einheizen und Schlittschuhlaufen ruhiger wird. Und wie seine Schnee-Haikus, die er auf den zugefrorenen See schreibt, täglich form annehmen: „Auf dem weißen Schnee. Die gestrichelte Linie: Heftnaht der Schritte“. Mmmmh! Lecker! Danke, Zuckerl.

Ein tolles Buch für alle, die das Thema Mut zur Einsamkeit interessiert und die gerne eine Sprache mit vielen Sprachbildern genießen.

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„Mama Mutig“ gründet das erste Frauendorf Kenias

„Eine Frau ist wie ein Stock. Wenn er zerbricht, holst du dir einen neuen“, zitiert die Kenianerin Rebecca Lolosoli in ihrer Biografie „Mama Mutig“ ein Sprichwort ihres Stammes, der Sumburu, das mit selbstverständlicher Grausamkeit gelebt wird. Es ist Alltag, dass die Frauen von ihren Ehemännern verprügelt, nach Vergewaltigungen durch britische Soldaten aus dem Haus geworfen werden, und ihnen jeder Besitz verweigert wird. Als Rebecca Lolosoli mit neun Jahren miterlebt, wie eine befreundete Frau von ihrem Mann ohne Folgen für ihn zu Tode geprügelt wird, schwört sie sich, als Erwachsene gegen diese alltäglichen Unmenschlichkeiten vorzugehen. Und dieses Versprechen löst sie ein.

Nach ihrer Zwangsheirat macht sie einen Laden auf, der bald zur Anlaufstelle für Frauen wird. Dort taucht bei den Frauen des Dorfes das erste Mal der Gedanke auf, dass sie die Gewalt der Männer nicht widerspruchslos erdulden müssen. Bald nimmt sich Rebecca, die Tochter des ehemaligen Dorfchefs, kein Blatt mehr vor dem Mund und tritt als Sprecherin der Frauen auf. Das erste Wunder geschieht, als sie Anfang der 90er Jahre am Unabhängigkeitstag eine Rede halten darf. Spätestens da wird sie nur noch „Mama Mutig“ genannt.

Als der Druck auf sie und die Frauen wächst und sie zunehmend zur Zielscheibe der Wut der Männer werden, bis sie selbst mit den Worten „Du bist nur eine Frau!“ fast zu Tode geprügelt wird, ist die Idee, als Frauen in einem Dorf zusammenzuleben, geboren. Gemeinsam schaffen sie es, das erste Frauendorf Kenias zu bauen, eine Schule zu gründen und später sogar das Land rechtmäßig zu besitzen. Und Rebecca wird die erste Sumburu-Frau, die offiziell von ihrem gewalttätigen Mann geschieden wird, und die erste Frau, die sich zur Wahl in den Samburu-Rat stellt. 2010 wird sie in den USA mit dem Vital Voices Fern Holland Award ausgezeichnet. Den Preis hat Hillary Clinton für Frauen, die die Welt verändern, ins Leben gerufen.

Ein ermutigendes Buch, das einem auch erleichtert zurücklässt. Denn die geballte Gewalt im ersten Teil des Buches ist selbst beim Lesen nicht ganz leicht zu verdauen. Bei jedem Schritt, der in Richtung selbstbestimmtes Leben führt, möchte man umso mehr mitjubeln.

 

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Paul Guest stürzte mit 12 Jahren kopfüber mit dem Fahrrad in die Querschnittlähmung. Mutlos hängt er an Schläuchen, in der Reha, im Rollstuhl. Das Blatt beginnt sich in Richtung Mut zu wenden, als er plötzlich und unerwartet seine Berufung entdeckt, die er eindrucksvoll in seiner Biografie „Noch eine Theorie über das Glück“ beschreibt: „Ich tippte mit dem Mundstück, was ich hörte, so gut ich es hinbekam, und als ich damit fertig war, war ein Teil meines Gehirns entflammt oder voller Licht. So beschrieb ich mir die Empfindung, als ich wie elektrisiert dasaß. Es stand außer Zweifel, dass ich auf etwas gestoßen war, das mein Innerstes betraf – wer ich war und wer ich werden könnte, und rings um mich knisterte die Zukunft wie ein Gewitter.“ 

Ab diesem Moment, als ihm sein erstes Gedicht im wahrsten Sinne des Wortes einschoss, zieht in das Leben in eine eindeutige Richtung: Er will Dichter werden und er tut alles dafür.

Eine auch sprachlich äußerst empfehlenswerte mutmachende Biografie:

Weitere mutmachende Biografien werden folgen. Ich lese seit vielen Jahren fast ausschließlich Biografien, da ich es faszinierend finde zu sehen, welche Vielfalt an Ressourcen uns Menschen zur Verfügung steht. Manchmal scheinen die Ressourcen einem selber ja abhanden zu kommen. Eine Biografie zu lesen, kann die Erinnerung zurückholen.

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KundInnen-Stimmen

Die schönsten Ideen sind nichts, wenn das Ergebnis nur einem selber gefällt. Es freut mich zu hören, dass das bei meinen Mutkarten nicht der Fall ist.

Hier einige Stimmen von KundInnen (mit deren Erlaubnis natürlich):

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Sehr geehrte Frau Langheiter,
Ich bin Lehrerin in einer Sonderschule-manchmal wirklich schwierige Kinder- aber ich mag sie und arbeite seit 30 Jahren gern mit ihnen.
Ich habe eines Tag mit ihnen das Thema Mut besprochen, was Mut ist, ob sie schon mal mutig waren, wann wären sie es gern gewesen… Sehr spannende Stunde!
Und dann habe ich ihnen erklärt, was Intuition ist- und dann haben alle eine Karte ziehen wollen.
Natürlich ist es für solche Kinder viel zu schwierig, den Text zu verstehen- sie haben ja einen anderen Wortschatz…
So habe ich ihnen die Karte „übersetzt“- von der Erwachsenensprache. Das hat ihnen sehr gut gefallen!
Es hat viele von ihnen zum Nachdenken gebracht!
Seit dem darf ich die Karten nicht mehr vergessen, wenn ich in diese Schule komme. Die erste Frage ist, wenn sie mich ins Schulhaus kommen sehen: „Hat du die Karten dabei? Wann kommst du zu uns?“
Abgesehen von dem persönlichen Gespräch- nur ein Lehrer und ein Schüler- wenn auch nur für 2, 3 Minuten, gefällt ihnen sichtlich die Idee, das es vielleicht doch möglich ist, Manches im Leben zu ändern.
Herzlichen Dank für Ihre Karten, ich verwende sie auch von Zeit zu Zeit 🙂
Liebe Grüße
Dipl.- Päd. Eva Rötzer
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Liebe Christa,Du weißt ja, wie gelungen ich das neueste Produkt deiner mutigen Phantasie finde!
Nicht nur, dass ich selbst gerne anlassbezogen eine der Karten ziehe, sind sie auch ein
wunderbares Geschenk!Zum ersten hab ich eine nette, junge Frau in Deutschland damit beglückt. Als
Abschlussgeschenk nach einer gemeinsam verbrachten Ausbildung. Die junge Frau wird
sich selbständig machen und war überaus erfreut über das passende Geschenk an
Mutkarten und Mut-Tagebuch! Sie kann den Mut für ihr Vorhaben wirklich gut gebrauchen.Als nächstes hat eine unserer Nichten die Karten bekommen. Sie ist 11 Jahre alt und kommt
uns ein wenig ängstlich und vorsichtig vor. Was lag näher, als sie in ihrem Mut zu bestärken!
Du hättest sie sehen sollen, mit welcher Andacht sie die Karten eine nach der anderen vor
sich auf den Tisch legte! Sie werden ihre Wirkung tun.

Und noch ein letztes Beispiel: Deine Mutkarten gingen auch an eine Universitäts–Professorin,
die sich eben für einen Lehrstuhl beworben hat. Auch das ein essentieller Fall von
Mut-Bedarf..

Wer kann sie als nächstes brauchen? Ein Paket hab ich noch…

Alles Liebe
Ulli www.schule-der-wertschaetzung.at 

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danke frau langheiter!
ich habe das paket (karten und tagebuch) bekommen . . . sehr nett gemacht, wunderschöne bilder, sehr tolle texte und hoch spannend. ich bin gleich in die karten versunken . . . durch’s internet gesurft – auf der suche nach ihren tipps. sehr toll! Spannend, informativ, inspirierend – macht neugierig auf mehr!!!
sie haben meine erwartungen völlig übertroffen . . . bin beeindruckt! meine gratulation!
diese karten werden mich sicherlich über einen langen zeitraum begleiten – schön! deshalb bestelle ich hiermit gleich noch ein paket – als geschenk für eine gute freundin. ich denke – ein geschenk mit absolutem mehrwert!!!  ich freu mich drauf mit ihren karten weiter zu arbeiten!  viel erfolg!
danke und ganz liebe grüße
gerda fundneider  (Individuelle Einrichtungskonzepte, http://www.gerdafundneider.at
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Liebe Frau Langheiter,

Ich habe mit einer Gruppe von 24 Studierenden (ErzieherInnen / HeilerziehungspflegerInnen) zum Thema MUT eine Projektwoche gestaltet und die Mutkarten als einen wesentlichen Ausgangspunkt genommen. Wie wunderbar die Ideen und Anregungen auf diesen Karten. Wir haben z. B. in kleinen Gruppen zu den Zitaten Anregungen zum Tun erarbeitet, unsere Hintergründe und persönliche Angesprochenheit ausgetauscht.

Mut, das wurde deutlich, ist für alle eine sehr wichtige innere Quelle zum Tun. Dazu braucht es Dankbarkeit über bisherige Erfolge und Stärken, dazu benötigt es Menschen, die ermutigen und unterstützen. Ermutigung ist darüber hinaus ohnehin viel wichtiger als erziehen oder pädagogisieren, denn ACHTUNG und RESPEKT sind ein wesentlicher Ausgangspunkt für Dialog du Beziehung. Am Ende dieses Kurses stand das Erstellen eigener Mut-Karten für andere Menschen, das Verschicken von MUT-SMS und -Mails an Menschen, die Unterstützung und Liebe geschickt bekommen.

Vielen Dank für diese Karten.

Matthias Epperlein-Trümner, Hephata Akademie für soziale Berufe, Schwalmstadt, Deutschland

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Hallo Christa!

Deine Mut-Karten stehen neben mir auf dem Schreibtisch, und immer wieder mal nehme ich sie zur Hand und lese sie, bis ich zu einer komme, die mir gerade sehr gut gefällt. Die lege ich dann zuoberst hin.

Vor allem aber möchte ich deine Karten auf meinen Fortbildungen weitergeben („Einfach die Welt verändern“), ich finde da passen sie wunderbar.

Liebe Grüße aus dem Ländle von Ingrid Benedikt

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Hallo Frau Langheiter,

ich freue mich noch immer, dass ich diese Anregung im Internet entdeckt habe. Es liegen einige interessante Tage hinter mir, denn ich habe begonnen die Karten als Inspiration für Erwachsene und Kinder in unserem Hort zu nutzen.

Mit den Kindern habe ich Ihre Mut-Übungskarten genutzt. Die schönste Erfahrung habe ich bisher mit der Mutübung zum Nachforschen gemacht. Es handelt sich um ein sehr introvertiertes Kind, dass mir einmal anvertraut hat, dass es gar nicht mutig sein kann, weil es so viele Ängste hat. Wir haben erst einmal ergründet was alles mutig sein könnte und dann:

Welche mutigen Menschen kennst du?

In der Schule? Bei uns im Hort? In deiner Familie? In deinem Freundeskreis? Schreibe diese Personen in dein Tagebuch. Was macht sie aus deiner Sicht zu mutigen Menschen?

Ich war sehr berührt als ich den Tagebucheintrag lesen durfte. Ich freue mich, weil es gelungen ist ein erstes Umdenken zu bewirken. Das Kind hat erkannt, dass es nicht immer um die ganz großen Taten geht, dass man nicht die Welt retten muss, sondern dass Mut auch in kleinen Schritten steckt, dass JEDER mutig sein kann. Das Mädchen macht kleine Fortschritte, manchmal reicht ein Blick von mir, ein Lächeln oder sie legt ihre Hand in meine und drückt sie kurz. da steckt so viel drin, was mir wiederum jede Menge Mut macht. 🙂

Ich wünsche schöne Tage und sende herzliche Grüße von der Ostsee

Dana Bussäus

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