Archive for the ‘Biografien’ Category

Zukunftsressource Mut

Mit meinen Mutschwestern Ira Mollay, Julia Fabich und Irmgard Kravogel habe ich 20 Seiten zum Thema Mut im Magazin SOL (Menschen für Solidarität, Ökologie und Lebensstil) gestaltet.

Ich freue mich sehr, dass die Ausgabe nun am 1. September 2013 erscheint. Es war viel Freude, aber auch viel Arbeit, das Thema so umfassend zu beleuchten: von der Betrachtung verschiedener Mutarten bis zu Geschichten mutiger Personen, von historischen Abrissen bis Mut bei Frauen oder Mut  in Beziehungen und noch vieles mehr. Hier schon mal die Online-Version: SusA63

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Birgit Sonnenschein – was für ein wunderbarer Name! – hat eine nicht weniger wunderbare Website. Auf http://www.mutmach-geschichten.de veröffentlicht sie Geschichten von Menschen, die Wege jenseits der Schulmedizin gefunden haben, um sich selbst zu heilen. Sehr sehr ermutigend.

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„Mama Mutig“ gründet das erste Frauendorf Kenias

„Eine Frau ist wie ein Stock. Wenn er zerbricht, holst du dir einen neuen“, zitiert die Kenianerin Rebecca Lolosoli in ihrer Biografie „Mama Mutig“ ein Sprichwort ihres Stammes, der Sumburu, das mit selbstverständlicher Grausamkeit gelebt wird. Es ist Alltag, dass die Frauen von ihren Ehemännern verprügelt, nach Vergewaltigungen durch britische Soldaten aus dem Haus geworfen werden, und ihnen jeder Besitz verweigert wird. Als Rebecca Lolosoli mit neun Jahren miterlebt, wie eine befreundete Frau von ihrem Mann ohne Folgen für ihn zu Tode geprügelt wird, schwört sie sich, als Erwachsene gegen diese alltäglichen Unmenschlichkeiten vorzugehen. Und dieses Versprechen löst sie ein.

Nach ihrer Zwangsheirat macht sie einen Laden auf, der bald zur Anlaufstelle für Frauen wird. Dort taucht bei den Frauen des Dorfes das erste Mal der Gedanke auf, dass sie die Gewalt der Männer nicht widerspruchslos erdulden müssen. Bald nimmt sich Rebecca, die Tochter des ehemaligen Dorfchefs, kein Blatt mehr vor dem Mund und tritt als Sprecherin der Frauen auf. Das erste Wunder geschieht, als sie Anfang der 90er Jahre am Unabhängigkeitstag eine Rede halten darf. Spätestens da wird sie nur noch „Mama Mutig“ genannt.

Als der Druck auf sie und die Frauen wächst und sie zunehmend zur Zielscheibe der Wut der Männer werden, bis sie selbst mit den Worten „Du bist nur eine Frau!“ fast zu Tode geprügelt wird, ist die Idee, als Frauen in einem Dorf zusammenzuleben, geboren. Gemeinsam schaffen sie es, das erste Frauendorf Kenias zu bauen, eine Schule zu gründen und später sogar das Land rechtmäßig zu besitzen. Und Rebecca wird die erste Sumburu-Frau, die offiziell von ihrem gewalttätigen Mann geschieden wird, und die erste Frau, die sich zur Wahl in den Samburu-Rat stellt. 2010 wird sie in den USA mit dem Vital Voices Fern Holland Award ausgezeichnet. Den Preis hat Hillary Clinton für Frauen, die die Welt verändern, ins Leben gerufen.

Ein ermutigendes Buch, das einem auch erleichtert zurücklässt. Denn die geballte Gewalt im ersten Teil des Buches ist selbst beim Lesen nicht ganz leicht zu verdauen. Bei jedem Schritt, der in Richtung selbstbestimmtes Leben führt, möchte man umso mehr mitjubeln.

 

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Paul Guest stürzte mit 12 Jahren kopfüber mit dem Fahrrad in die Querschnittlähmung. Mutlos hängt er an Schläuchen, in der Reha, im Rollstuhl. Das Blatt beginnt sich in Richtung Mut zu wenden, als er plötzlich und unerwartet seine Berufung entdeckt, die er eindrucksvoll in seiner Biografie „Noch eine Theorie über das Glück“ beschreibt: „Ich tippte mit dem Mundstück, was ich hörte, so gut ich es hinbekam, und als ich damit fertig war, war ein Teil meines Gehirns entflammt oder voller Licht. So beschrieb ich mir die Empfindung, als ich wie elektrisiert dasaß. Es stand außer Zweifel, dass ich auf etwas gestoßen war, das mein Innerstes betraf – wer ich war und wer ich werden könnte, und rings um mich knisterte die Zukunft wie ein Gewitter.“ 

Ab diesem Moment, als ihm sein erstes Gedicht im wahrsten Sinne des Wortes einschoss, zieht in das Leben in eine eindeutige Richtung: Er will Dichter werden und er tut alles dafür.

Eine auch sprachlich äußerst empfehlenswerte mutmachende Biografie:

Weitere mutmachende Biografien werden folgen. Ich lese seit vielen Jahren fast ausschließlich Biografien, da ich es faszinierend finde zu sehen, welche Vielfalt an Ressourcen uns Menschen zur Verfügung steht. Manchmal scheinen die Ressourcen einem selber ja abhanden zu kommen. Eine Biografie zu lesen, kann die Erinnerung zurückholen.

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