Ich bin überwältigt davon, wofür meine Mut-Karten alles eingesetzt werden: von Mitarbeitergesprächen über Begleiter bei Coachings oder Trainings bis zur Arbeit in Jugendgruppen. Dabei hatte ich sie ursprünglich als Selbstcoaching-Tool entwickelt, um sich selbst jede Woche mit dem Thema Mut auf verschiedenste Weise auseinanderzusetzen. Wie es aussieht, können sie noch mehr.

Und hätte ich geahnt, dass es anscheinend einen großen Bedarf gibt, Kindern und Jugendlichen Mut zu machen, hätte ich die Karten in Du-Form geschrieben, denn einige Karten sind durchaus auch für sie inhaltlich passend. Einige PädagogInnen haben jedenfalls meine Mutkarten als Anregung genommen und sie für ihren Bedarf adaptiert. Zum Teil wurden dafür meine unbedruckten Mutkartenverwendet. Auch schön.

Und ich habe nun beschlossen, meine Mutkarten mit Du-Anrede in digitaler Form als Download zur Verfügung zu stellen. Plus eine Anleitung für eine Schachtel. Ein DIY Mutkartenset sozusagen. Erhältlich voraussichtlich ab Juli 2015.

Ich bin ein Biografien-Junkie. Ich liebe es, in fremden Leben nach Herausforderungen und Ressourcen zu stöbern. Hat jemand eine spannende Erfahrung gemacht und ein Buch darüber geschrieben, landet es mit Garantie irgendwann auf meinem Nachtkästchen.
Zuletzt fasziniert hat mich Miek Pots 12-jährige Erfahrung in einem Schweigekloster „In der Stille hörst du dich selbst“. Man könnte es auch „Mut zur Stille“ betiteln.

Die Niederländerin wuchs im Wohlstand auf und führte ein stürmisches Studentinnenleben, bis sie sich entschloss, zum Lernen in ein Kloster zu gehen. Sie schreibt: „Die straffe Tagesordnung sorgte für Ruhe und gab mir überraschenderweise innerlich viel Raum. Blitzartig wurde mir klar, dass es nicht gleichbedeutend mit Freiheit ist, nur zu tun, wozu man Lust hat.“ Der Aufenthalt sollte eine einschneidende Erfahrung für sie werden, die sie nach dem Studium nicht mehr missen wollte. Nach 12 Jahren im Schweigekloster allerdings spürte sie, dass sie ihre Erfahrungen in einem weltlichen Leben integrieren möchte. Heute bietet sie Kontemplations-Workshops und Retreats an. www.miekpot.com
Das Buch ist eine sehr heiße Empfehlung für alle, die die Stille in sich suchen und gleichzeitig eine spannende Geschichte lesen wollen.

Ich freue mich über Tamis Rezension meiner Mutkarten. Und ganz besonders darüber, dass sie die Karte „Mut zum Mitgefühl“ zu ihrer Liebelingskarte erklärt hat.

Ich wollte immer schon mal in einem Atemzug mit Robbie Williams und Gisele Bündchen genannt werden :-). Nun ist es so weit. Die berühmten Herrschaften haben offenbar mutige Schritte in ihrem Leben gesetzt und dazu durfte ich eine Mut-Expertise im Promi-Magazin OK!  liefern. Hier der Artikel: ok-mutinterview seite 1 und ok-mutinterview seite 2.

Mutfinger

Das „Strömen“(Jin Shin Jyutsu), eine japanische Heilform, bei der Finger auf bestimmte Energiepunkte am Körper gelegt oder Finger gehalten werden, ist eine feine Sache. Erstens ist es einfach und fast überall durchzuführen, zweitens hat man damit auf jeden Fall Ruhezeit und drittens ist es ein tolles Gefühl, das Pulsen im Körper zu spüren.

Der Zeigefinger, so die Lehre, soll der Mutfinger sein. Beide Zeigefinger abwechselnd mindestens 3 Minuten halten und die Angst soll kleiner und der Mut größer werden. Ausprobieren lohnt sich. Sollte nicht gleich ein Mutteffekt eintreten, so hat man zumindest ein wenig Ruhe gehabt. Ich jedenfalls genieße meine Ström-Pausen sehr.

Es gibt Bücher, die muss man wie ein kostbares Zuckerl lutschen: behutsam ein Wort nach dem anderen auf der Zunge zergehen lassen, den Geschmack auskosten, so lange es geht und der Versuchung widerstehen, schnell zum nächsten Satz weiter zu hüpfen. Der Blick rollt sich schon um den ersten Buchstaben, saugt schon die erste Silbe ein. Nein, halt, langsam. Gaaaanz langsam. Jedes Wort in „In den Wäldern Sibiriens. Tagebuch aus der Einsamkeit“ von Sylvain Tesson verdient diese ehrfurchtsvolle Herangehensweise. „Draußen toben Wind und Kälte so sehr, dass die Blockhütte auseinanderzufallen droht, wenn ich sie nicht mit Liebe fülle.“ Noch ein Stück, bitte. bitte. „Ich, der ich jeder Sekunde an die Kehle sprang, um ihr den letzten Tropfen Saft abzupressen, lerne die Kontemplation.“ Die poetische Beschreibung einer 6-monatigen Auszeit am Baikalsee, das nächste Dorf 120 km entfernt, ist ideal für graue Wintertage, man kuschelt sich in die Worte und erliest sich eine Auszeit, ohne verreisen oder mit der Chefin verhandeln zu müssen.
Einfache Handlungen statt dem Trubel von Paris bestimmen das Leben des Autors nun. Man kann förmlich hören, wie sein aufgedrehter Motor mit jedem Tag Holzhacken, Einheizen und Schlittschuhlaufen ruhiger wird. Und wie seine Schnee-Haikus, die er auf den zugefrorenen See schreibt, täglich form annehmen: „Auf dem weißen Schnee. Die gestrichelte Linie: Heftnaht der Schritte“. Mmmmh! Lecker! Danke, Zuckerl.

Ein tolles Buch für alle, die das Thema Mut zur Einsamkeit interessiert und die gerne eine Sprache mit vielen Sprachbildern genießen.

mut-taschenEin besonderes Glück ist es, wenn man die eigenen Ressourcen und Leidenschaften immer wieder neu verbinden kann und so ganz Neues entsteht. Das Leben bietet eben unendliche Möglichkeiten.

So freu ich mich sehr über den Workshop, den ich im Jänner in der Kontaktstelle für Alleinerziehende geben werde:“Pack deinen Mut in eine Tasche“ ist ein Nähworkshop für mutsuchende Alleinerziehende.
Dabei erzählen wir uns von mutigen Dingen, die wir in unserem Leben schon gemacht haben oder noch machen möchten, stärken unsere Mut-Ressourcen und nähen ein Mut-Täschchen, das wir mit mutmachenden Dingen füllen können. Wir nähen mit der Hand und zelebrieren dabei Mut zur Langsamkeit :-).
Und ich darf bei der Gelegenheit meine Leidenschaft für die textile Umsetzung von Schrift (meine Autorinnenseele, meine Kreativwerkende-Seele), fürs Recyclen, fürs Mutmachen und für ein stärkendes Miteinander (meine Coaching-Seele) leben. Juhu!

Alle Infos und Anmeldung in der Kontaktstelle für Alleinerziehende.