Archive for Juni 2012

Mut zum Anfassen

Etwas mit den Händen zu tun, bekommt langsam wieder mehr Stellenwert, lange war es verpönt. Dazu habe ich einen – hoffentlich ermutigenden – Kommentar im Magazin Lebensart, 5/2012 geschrieben:

Sinne-volles tun

Hand aufs Herz: wann haben Sie zuletzt Marmelade gerührt, Holz gehackt oder einfach nur einen Knopf angenäht? Dabei entgeht uns dadurch eine Menge. Mag sein, dass es effizienter und output-optimierter ist, dies der Marmelademanufaktur, dem Forstarbeiter oder der Oma zu überlassen. Aber wo holen Sie sich dann das Futter für ihre mindestens fünf Sinne? Das Vergnügen zu erleben, wie der Duft des Obstes den Raum erfüllt, zu staunen, wie viele Kilo Marillen in drei kleine Gläser passen. Die Hände an der Maserung des Holzes entlang gleiten zu lassen und – zack – die Kraft des Schlages zu spüren, der die Materie spaltet. Die Freude, den filigranen Faden richtig anzugreifen und wackelig, aber doch, durch das Öhr zu bringen und aus etwas Wegschmeißwürdigem wieder etwas Tragbares gemacht zu haben.

Sehnen wir uns nicht alle nach sinnvollem Tun? Wie wäre es, wenn wir mit sinne-vollem Tun beginnen? Denn vielleicht kommt der Begriff sinnvoll ja von der Verwendung unserer Sinne.

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